Manchmal braucht es nicht riesige Leinwände oder pompöse Festivals. Nein, die Schönheit liegt oft im Einfachen. Das Wiener Möbelmuseum setzt ab 24. Juli genau da an und lädt alle Filmfreunde zu einem cineastischen Spaziergang durch heimische Filmgeschichte ein. Da verwandelt sich der Innenhof zu einem charmanten Open Air Kino mit Filmperlen aus den 1950er und 60er Jahren. Und das Beste daran? Ganz ohne Eintritt, gratis für alle.
Jetzt denken Sie vielleicht, klassische Filme wirken doch altbacken und schwer zugänglich. Weit gefehlt. Die Auswahl macht Lust auf mehr: Romy Schneider, Peter Alexander, Gunther Philipp – Namen, die auch bei den jüngeren Generationen noch den gewissen „Wiener Schmäh“ versprühen. Der Auftakt wird mit Scampolo eingeläutet, einer romantischen Komödie, die gleich die Seele kitzelt. Danach darf man Romy Schneider als Schutzengel in Ein Engel auf Erden bewundern – genau das richtige für laue Sommerabende unter Sternen.
Ein Kinoerlebnis mit Geschichte und Herz
Was ich hier besonders spannend finde, ist die Verbindung zur Ausstellung Made in Austria. Möbeldesign 1948–1950 im selben Museum. Diese Filme spiegeln nicht nur Unterhaltung, sondern auch eine Epoche des Aufbruchs nach dem Krieg wider. Wie es die Museumssprecherin Katharina Karmel treffend beschreibt, herrschte damals ein Aufbruchsfieber kombiniert mit der Sehnsucht nach Freude und Ablenkung – und genau das transportieren diese Klassiker auf der Leinwand. Eine Symbiose aus Kultur, Geschichte und purer Lebenslust.
Die Veranstaltungsstrategie ist ebenfalls klug: Die Filmvorführungen finden an insgesamt vier Wochenenden freitags und samstags ab 20 Uhr statt. Man sitzt entweder auf Liegestühlen, bringt selbst Picknickdecken mit oder genießt das Angebot an Snacks. Das macht das Erlebnis nicht nur gemütlich, sondern auch sehr sozial – ein Treffpunkt für alle Wienerinnen und Wiener, die Lust auf ein ursprüngliches Kinoerlebnis haben.
Wer sich noch fragt, warum gerade Hans Moser und Paul Hörbiger nicht fehlen dürfen, bekommt das am 4. und 5. September beantwortet, wenn Ober, zahlen und Hallo Dienstmann über die Leinwand flimmern. Ein finales Sahnehäubchen für alle Nostalgiker.
In einer Zeit, in der Streamingdienste das Wohnzimmer beherrschen, ist dieses Open Air Kino ein willkommenes Gegengewicht. Es bringt Menschen zusammen, lässt Geschichte lebendig werden und bietet eine cineastische Zeitreise mit österreichischem Flair. Für alle, die sich nach echter Atmosphäre sehnen, ist das ein Muss. Ich erinnere mich selbst noch an Sommertage im Freiluftkino, wo die Stimmung mindestens so wichtig war wie der Film – und genau das macht das Möbelmuseum hier wieder lebendig.
Wer sich übrigens für weitere Kino Highlights interessiert, sollte unbedingt auch den Paw Patrol Kinohit nicht verpassen. Ein guter Mix aus Nostalgie und moderner Unterhaltung schadet nie.
Fazit Für alle Filmfans heißt es jetzt: Kalender zücken, Wetter im Auge behalten und ab ins Möbelmuseum. Diese cineastische Schatzkiste im Innenhof bietet nicht nur Unterhaltung, sondern auch eine kleine Geschichte Österreichs zum Mitfühlen. Und wer sich dabei noch ein bisschen wie Romy Schneider fühlen will, darf gern den Picknickkorb einpacken und die gemütliche Atmosphäre genießen.
Weitere Infos gibt es laut Berichten von wien.ORF.at und auf der Website des Möbelmuseums.
Foto: Simon Ray / Unsplash


