Wiener Austria startet zuversichtlich in Conference League Premiere an der Ostsee

Franz Steiner
Franz Steiner
23. Juli 2026 · 3 Min. Lesezeit
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Wiener Austria startet zuversichtlich Conference
Wiener Austria startet zuversichtlich Conference · Austrian Times

Da steht sie also, die erste große Bewährungsprobe für unsere Wiener Austria in der neuen Saison. Die Reise führt an die Ostsee, genauer gesagt in den Kurort Jurmala bei Riga, wo am Donnerstag das Hinspiel gegen den lettischen Club FK Liepaja stattfindet. Die Violetten tragen die Favoritenrolle mit stolz geschwellter Brust, doch die Realität auf dem Platz kennt keine Gnade.

Man muss die Lage realistisch sehen: Trainer Stephan Helm hat mit einigen Ausfällen zu kämpfen. Aleksandar Dragovic, der Ex-Teamspieler mit Erfahrung satt, ist wegen einer Verletzung nur bedingt einsatzbereit, nachdem er im letzten Testspiel gegen Paksi FC erst ab der 60. Minute auf dem Rasen stand. Auch Philipp Wiesinger, Johannes Handl und Mittelfeldmann Philipp Maybach sind angeschlagen. Das ist kein Zufall, sondern die übliche Vorbereitungshürde, die man eben einkalkulieren muss, wenn man in der Frühphase der Saison schon auf europäischem Parkett tanzt.

Interessanterweise probierte Helm im Testspiel verschiedene Aufstellungen aus, wobei die Neuzugänge Ibrahim Buhari und Jonas Feddersen neben Lee Kang Hee von Beginn an spielten. „Wir haben uns unterschiedliche Konstellationen anschauen können und auch müssen“, räsonierte Helm – ein Satz, der zeigt, dass gerade anfangs Flexibilität und Anpassungsfähigkeit das A und O sind.

Austria und Rapid als klare Favoriten auf fremdem Terrain

Wobei man die Favoritenrolle nicht nur bei der Austria sieht. Rapid startet an diesem Donnerstag ebenfalls in die Conference-League-Qualifikation, mit dem FC Santa Coloma aus Andorra als Gegner. Beide österreichischen Schwergewichte nehmen ihre Aufgaben ernst und wollen möglichst schnell Fakten schaffen. Wer mehr über die Bundesliga-Szene wissen will, wird auch hier fündig, denn der Schwung aus der heimischen Liga soll mitgenommen werden.

Doch zurück zur Austria. Helm zeigt sich optimistisch, sieht in Liepaja einen Gegner, der wert auf Legionäre legt. Ein starker Stürmer namens Ede Oloko, ein Nigerianer mit Torinstinkt, führt die Offensive an. Trotzdem: Wenn die Wiener Violetten ihre Linie durchziehen, hält Helm den Aufstieg für machbar.

Kapitän Manfred Fischer bringt die Sache auf den Punkt: Liepaja ist ein „Gegner, den man nicht einschätzen kann“, ähnlich wie der georgische Klub Spaeri aus dem Vorjahr, der die Austria überraschend ausschaltete. Das nennt man im Fußball die Unwägbarkeiten, die den Reiz der European Nights ausmachen. Zudem kennt man bei Liepaja Marvin Martins, ein Luxemburger, der bis vor Kurzem selbst in Wien kickte. Doch der Verteidiger fehlt im Hinspiel wegen einer Sperre. Das könnte ein kleines Plus für unsere Austria sein.

Der Ort ist nebensächlich Hauptsache Leistung

Ein kleines logistisches Detail am Rande: Gespielt wird in Jurmala, weil das Heimatstadion in Liepaja nach einem Rockkonzert nicht bespielbar ist. Aber wie einst der legendäre Kommentator Edi Finger jr. sagte: „Es kommt nicht auf den Ort an, sondern auf die Leistung.“ Fischer unterstreicht das: Wichtig wird sein, den Spielplan umzusetzen und mit einer überzeugenden Leistung aufzutreten.

Wer die Europacup-Hürden kennt, weiß, dass das gerade in solchen Duellen entscheidend ist. Zumindest könnte Stürmer Julian Hettwer, ein Sommerzugang, im Baltikum sein Debüt feiern. Der zeigte im Test gegen Paksi viel Tempo und erste gute Ansätze. Im Mittelfeld hat man den Abgang von Abubakr Barry, der zu Salzburg wechselte, intern kompensiert. Lee Tae Seok ist erst kürzlich von seinen WM-Einsätzen zurückgekehrt und damit eine weitere Option.

Fazit für alle Freunde eines vernünftigen Wettmanagements: Die Austria startet mit der Favoritenrolle, aber nicht ohne Restrisiken. Für Strategen im Wettgeschäft heißt das, die Rahmenbedingungen genau zu beobachten, Verletzungen und unbekannte Gegner nicht zu unterschätzen und vor allem auf ein durchdachtes System zu setzen. Wer in der Conference League nachhaltig Erfolg haben will, braucht mehr als Glück. Vorbereitung, Analyse und kluge Einschätzung sind Trumpf. So viel ist sicher.

Foto: Daniel Splisser / Unsplash

Franz Steiner
Franz Steiner

Franz Steiner kommentierte früher Fußball in Wien und berechnete später Quoten bei einem österreichischen Buchmacher. Seit über 30 Jahren kennt er Spiele und Wettmärkte aus der Praxis. Heute schreibt er für Austrian Times, klar und mit Wiener Schmäh, und bleibt bei Bonusversprechen vorsichtig.

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