Andreas Lust und Karin Lischka gemeinsam stark trotz unterschiedlicher Wege

Franz Steiner
Franz Steiner
24. Juli 2026 · 3 Min. Lesezeit
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Andreas Lust Karin Lischka gemeinsam
Bildnachweis: Symbolfoto · Austrian Times

Man kennt Andreas Lust als festen Bestandteil im „Tatort“. Neunmal hat er seine Spuren als Ermittler, Bösewicht oder Nebenfigur hinterlassen. Der Wiener ist nicht nur ein Schauspieler, er ist ein echtes Urgestein, hat über hundert Produktionen bestritten und lässt keine Zweifel an seiner Professionalität. Aber was viele nicht wissen: Seine Partnerin Karin Lischka ist ebenfalls ein Star mit eigener Geschichte und sogar Oscar-Erfahrung. Das bringt mich dazu, mal über diese beiden aufstrebenden Künstler zu plaudern, die nicht nur privat, sondern auch beruflich einiges verbindet.

Zwei Wiener Oscar-Träumer am Theater und Film

Karin Lischka und Andreas Lust sind beide auf der Bühne des Wiener Volkstheaters groß geworden – das ist kein Zufall, sondern der Nährboden für solide Schauspielkunst. Und beide haben einen Blick über die Grenzen gewagt: Sie waren in der engeren Auswahl bei der Oscarverleihung für den besten fremdsprachigen Film. Andreas mit „Ich gelobe“ 1995 und „Revanche“ 2009, Karin mit „Atmen“ 2011. Leider blieb der Oscar-Triumph beiden verwehrt, aber allein die Nominierungen zeugen von Qualität, die nicht jeder erreichen kann.

Diese Oscar-Chancen sind mehr als nur eine Fußnote. Sie zeigen, dass österreichisches Kino international Beachtung findet. Besonders bemerkenswert ist, dass beiden der Erfolg gelang, bevor sie überhaupt als Paar zusammenkamen. Es ist faszinierend, wie zwei Künstler aus demselben Kulturkosmos kommen und doch individuell ihren eigenen Weg gehen, bis sich die Wege kreuzen.

Privates und Berufliches im Wiener Kosmos

Was ich auch spannend finde: Das Paar schützt sein Privatleben, gerade im Zeitalter der permanenten Social-Media-Überwachung. Sie sprechen wenig über ihre Beziehung, halten Details wie Heirat oder exakte Kennenlernzeitpunkte aus der Öffentlichkeit heraus. Trotzdem blickt man hinter die Kulissen und sieht eine Familie, die Wien als Heimat sieht und zwei Kinder großzieht. Die Tochter war sogar schon mit bei den Dreharbeiten auf Mauritius, begleitet von Karins Vater und einer Nanny. Das nenne ich eine praktische Lösung, die zeigt, wie Schauspielerfamilien den Balanceakt zwischen Beruf und Familie meistern.

Beide tauchen immer wieder in Krimiserien auf, sogar in derselben, aber nie zusammen. Das erinnert mich an alte Fernsehzeiten, in denen man als Zuschauer schmunzeln konnte, wenn dieselben Schauspieler in unterschiedlichen Rollen co-existierten. So bleibt es spannend, da noch gemeinsame Projekte auf uns warten könnten.

Ich erinnere mich an einen Satz von Hans Weingartner, der Oscars als Anerkennung für harte Arbeit und Mut sah. Das trifft hier gut zu. Beide haben sich nicht in den Klatschspalten verloren, sondern sich durch Qualität und Professionalität ihren Ruf erarbeitet. Das ist in einer Branche, die oft von Oberflächlichkeiten lebt, beachtlich.

Wer sich für die Hintergründe österreichischer Schauspielkunst interessiert, dem empfehle ich auch einen Blick auf ORF ON und seine oder die Kulturveranstaltungen in Wien. Das zeigt, wie vielfältig unser kulturelles Leben ist.

Am Ende bleibt die Erkenntnis: Erfolg braucht mehr als Talent. Es braucht einen langen Atem, die Bereitschaft zur steten Weiterentwicklung und auch das richtige Umfeld. Andreas Lust und Karin Lischka sind dafür leuchtende Beispiele. Für alle, die es mit der Schauspielerei ernst meinen, ein Vorbild, das zeigt, dass man mit Ausdauer und Qualität auch international auf dem Radar bleibt.

Mein Tipp für Jungtalente oder Neugierige: Lernen Sie von solchen Profis, wie wichtig es ist, keine Eile zu haben, sondern eine nachhaltige Karriere aufzubauen. Und ja, ein wenig Glück gehört dazu, aber vor allem harte Arbeit und der Mut, auch mal nicht auf den schnellen Erfolg zu setzen.

Foto: Declan Sun / Unsplash

Franz Steiner
Franz Steiner

Legendärer Wiener Fußball-Kommentator im Ruhestand und langjähriger Chef-Quotenrechner einer österreichischen Buchmacher-Kette. Über drei Jahrzehnte hat Franz Spiele analysiert, Quoten kalkuliert und Wettmärkte durchleuchtet. Heute schreibt er mit analytischer Schärfe, trockenem Wiener Schmäh und einem gesunden Misstrauen gegenüber allzu schönen Bonusversprechen.

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