Kurz und bündig: Christopher Nolan hat nicht nur einen Film gedreht, er hat eine Ode ans analoge Kino geschaffen. „The Odyssey“ ist der erste Kinofilm, der komplett im originalen IMAX 70mm-Analogformat gedreht wurde. Für den cineastischen Puristen ein Geschenk, für den Massenmarkt eine Herausforderung. Warum das so ist, lässt sich mit ein paar Zahlen und Fakten erklären – und einer Prise Nostalgie.
Wer heutzutage ins Kino geht, erwartet meistens ein digitales Erlebnis. Egal ob Dolby Atmos oder 4K-Projektion – die meisten Filme werden digital ausgeliefert. Nolan aber macht das, was nur noch wenige wagen: Er vertraut auf das uralte Filmformat, das mit seinen 70mm-Filmbahnen Bilddetails offenbart, die digitale Projektionen nie erreichen können. Ein echtes Kinoerlebnis also, das mehr an die goldene Ära erinnert als an den heutigen Streaming-Hype.
Aber hier kommt das Problem: Nur wenige Kinos weltweit sind technisch überhaupt in der Lage, das analoge IMAX-Format richtig abzuspielen. Prag etwa – und dort wurde die Vorführung dieser „Odyssee“ als besonderes Highlight gefeiert – ist eine der wenigen Städte mit einem echten 70mm-IMAX-Saal. In Österreich sucht man solche Säle vergebens. Die Folge: Die meisten Zuschauer sehen von Nolans Meisterwerk nur eine digital herunterkonvertierte Version, die längst nicht an die Originalqualität heranreicht.
Interessant ist auch der Mythos, den Nolan erzählt. Die „Odyssee“ ist nicht nur eine Neuinterpretation des klassischen Epos, sie spielt auch mit der Metaebene, dass unser Kinozeitalter selbst am Aussterben ist. Wie Odysseus auf der langen Reise, kämpft auch der Kinofilm gegen neue digitale Strömungen und findet sich oft nur noch als Randerscheinung im Mainstream wieder.
Eine kleine Bemerkung am Rande: Dass Nolan hier trotz aller technologischen Extravaganz mit seiner Besetzung Diskussionen auslöste, zeigt, wie sehr heute nicht nur Technik, sondern auch gesellschaftliche Fragen das Kino bestimmen. Womöglich haben diese Kontroversen dem Film sogar geholfen, die prognostizierten 120 Millionen Dollar allein in den USA einzuspielen, Tendenz steigend.
Erinnern wir uns daran, was der legendäre Wiener Kinokritiker Peter Hamm schon vor Jahren gesagt hat: „Kino ist mehr als Bild und Ton, es ist ein Erlebnis, das man mit Haut und Haaren spürt.“ Nolan bringt dieses Erlebnis zurück. Für den Zuseher bedeutet das aber auch eine Entscheidung: Wer wirklich das volle Programm will, muss ins richtige Kino gehen und die analoge Variante wählen. Ein Tipp für alle, die ihre Liebe zum Film ernst nehmen möchte.
Fazit: „The Odyssey“ ist keine gewöhnliche Filmvorführung. Es ist eine Einladung, das Kino so zu erleben, wie es einst gedacht war. Für alle, die sich mit dem digitalen Mainstream nicht zufriedengeben wollen, ist dieses analoge Abenteuer ein Muss. Aber Vorsicht: Wer nur die Hälfte sieht, verpasst die Magie.
Wer sich übrigens noch genauer mit den Risiken und Chancen des modernen Alltags beschäftigen will, kann wie ich nur empfehlen, wichtige Informationen zur im Auge zu behalten. Denn im Leben ist wie beim Wetten und Kino schauen: Ein Plan B muss her, sonst wird es teuer.
Und jetzt schließen Sie die Augen kurz, stellen Sie sich das Holzpferd vor, das durch den Sand gezogen wird, und denken Sie daran: Nur wer wirklich hinsieht, kriegt die ganze Geschichte erzählt.
Weiterführende Informationen zum Film und seiner besonderen Vorführung finden Sie bei wie Medien berichten.
Foto: Jason Leung / Unsplash






