Was für eine herbe Enttäuschung für alle rot-weiß-roten Fußballfreunde da draußen. Die WM-Leistungen unserer Nationalmannschaft hinterließen bei Sky-Experte Didi Hamann und Kommentator Martin Konrad ein mehr als schales Gefühl. Man hatte sich mehr erhofft, mehr erwartet, und das aus guten Gründen. Denn wenn man bedenkt, wie sehr sich das ÖFB-Team in den letzten Jahren gedoppelt hat, fragt man sich unweigerlich: Wo bleibt der erhoffte Quantensprung?
Diese WM war kein Ruhmesblatt für Österreich
Hamann bringt es auf den Punkt. Für ihn und Konrad sind die gezeigten Leistungen schlicht enttäuschend. Und hier reden wir nicht nur von einzelnen Spielen, sondern von einer Gesamtperformance, die eine kritische Analyse dringend verlangt. Es reicht eben nicht, nur stolz auf die Qualifikation zu sein. Das zeigt sich schon, wenn man sich anschaut, wie andere Nationen, auch solche mit geringeren Ressourcen, die WM nutzen, um sich zu profilieren.
Der ÖFB-Fußball muss sich also dringend mit der Frage auseinandersetzen: Was wollen wir wirklich? Ein bloßes Abtauchen in der Vorrunde oder den Schritt in die internationale Spitze? Solche Fragen sind keine Nebensächlichkeiten, sondern entscheidend für die gesamte Fußballkultur und auch für die Sportförderung in Österreich. Hier erinnere ich mich an die Worte von Herbert Prohaska, der immer betonte, dass man nur mit harter Arbeit und klarer Zielsetzung in der internationalen Elite Fuß fassen kann. Und ganz ehrlich, das war diesmal einfach zu wenig.
Natürlich darf man nicht vergessen, dass die WM-Vorbereitung und -Ausrichtung komplex ist. Doch der Schlüssel liegt darin, aus Rückschlägen die Lehren zu ziehen – und zwar konkret und konsequent. Hamann warnt vor einem bösen Erwachen, das kommen wird, wenn man nicht handelt. Und genau deswegen ist die Forderung nach einem klaren Plan für die nächsten Länderspiele und Turniere nicht nur berechtigt, sondern zwingend notwendig.
Was heißt das für die Zukunft des ÖFB-Teams
Ich sehe das ähnlich wie die Herren Hamann und Konrad. Die WM hat den Finger in die Wunde gelegt. Es gibt viel Potenzial im Team, viele Talente und eine gute Breite, aber es fehlt offenbar am Feinschliff und an der mentalen Bereitschaft für das große Parkett. Vielleicht fehlt auch ein bisschen jene zündende Idee, die man bei internationalen Topteams sieht – sei es in der Taktik, im Training oder in der Spielphilosophie.
Für alle, die sich für die ÖFB-Weltranglistenentwicklung interessieren: Der Weg nach vorne ist steinig, aber nicht unmöglich. Es braucht jetzt eine Mischung aus Erfahrung, Innovation und vor allem eine Portion Mut, die richtigen Schlüsse zu ziehen – auch wenn das bedeutet, unbequeme Entscheidungen treffen zu müssen.
Und wenn wir schon beim Mut sind: Auch das managen der eigenen Erwartungen gehört zur Kunst des Erfolgs. Es geht nicht darum, blind Hoffnungen zu säen, sondern Ziele strukturiert anzugehen. Man darf nicht vergessen, dass im Fußball nichts von alleine läuft. Wer auf gutes Glück setzt, hat im Spiel der Nationen keine Chance.
In der Erinnerung an frühere ÖFB-Momente, von denen man sich heute gerne inspirieren lässt, wie die Rückkehr von Steffen Hofmann, die bis heute Spuren hinterlässt, wird klar: Kontinuität und langfristige Planung sind Trumpf. Die jetzige WM-Leistung ist ein Weckruf, keine endgültige Diagnose.
Mein Rat an alle Freunde des österreichischen Fußballs lautet daher: Behaltet die Nerven, behaltet die Übersicht und setzt auf kluge Analysen statt auf voreilige Jubelstürme oder Panikattacken. Eine gute Portion Skepsis gepaart mit gezielter Arbeit wird uns wieder näher an jene Leistungen bringen, die uns nicht nur die Herzen wärmen, sondern auch international respektiert werden. Geld und Unterstützung fließen dann, wenn Erfolge und Perspektiven sichtbar sind – und das ist kein Hexenwerk, sondern pure Logik.
Foto: Piero Huerto Gago / Unsplash






