Netflix Millionenflop Marco Polo scheitert trotz ehrgeizigem Kampf gegen Game Of Thrones

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Netflix Millionenflop Marco Polo scheitert trotz ehrgeizigem Kampf gegen Game Of Thrones

Ach, da wär ich fast drauf reingefallen – Netflix gegen Game Of Thrones, das klingt ja nach einem epischen Duell! Aber halt, nicht jede Serie mit Millionenbudget wird ein Hit. Wer erinnert sich heute noch an Marco Polo, die Produktion, die Netflix einst sage und schreibe 200 Millionen US-Dollar in den Sand gesetzt hat? Ein Verlust, der einem Buchmacher die Haare zu Berge stehen lässt, denn hier wurde riskiert ohne Rückdeckung.

Wir sprechen vom Jahr 2014, eine Zeit, als Netflix gerade erst den Sprung nach Österreich und Deutschland wagte. Da kam die Serie wie ein dampfender Vulkan – mächtig viel Kohle investiert, um das Publikum mit einer Geschichtssaga zu fesseln, die sich an den Throne-Giganten anlehnen wollte. Die zweite teuerste Serie aller Zeiten sollte es sein, mit stolzen 90 Millionen Dollar für Staffel eins. Doch auch die beste Platzierung auf der Startseite und die volle Marketing-Kanone konnten das Publikum nicht überzeugen.

Wieso? Vielleicht war die Story einfach nicht so mitreißend, vielleicht traf sie nicht den richtigen Nerv oder der Cast – darunter Lorenzo Richelmy als junger Marco Polo – war nicht das, was die Zuschauer erwarteten. Eine durchschnittliche Bewertung von 3,6 Sternen bei FILMSTARTS ist für eine Superproduktion eher ein Warnsignal. Die zweite Staffel konnte das Ruder auch nicht herumreißen. Wie der Hollywood Reporter damals trocken kommentierte, war das der erste große Netflix-Flop mit geschätzten 200 Millionen Verlust.

Jetzt denkt man sich, wie konnte das passieren? Netflix hatte mit House Of Cards gerade den ersten Hit gelandet. Aber wie bei jeder Wette im Sport gibt es kein Patentrezept. Auch ein Gigant kann unerwartet stolpern, wenn man auf die falschen Pferde setzt oder das Timing nicht passt. Außerdem war Marco Polo ursprünglich gar keine Netflix-Produktion, sondern eine Starz-Serie, deren Dreharbeiten in China mit Problemen behaftet waren. Das hatte Netflix wohl unterschätzt.

Ein spannender Nebenaspekt ist, dass Netflix trotz der negativen Zuschauerresonanz die zweite Staffel schon früh bestellte. Kein Wunder, denn Finanzjongleure wie ich wissen: manchmal dauert es, bis ein Projekt anläuft, manchmal zahlt sich Ausdauer aus, manchmal eben nicht. Hier war es eben letzteres.

Interessant ist, wie sich die Streaminglandschaft seitdem entwickelt hat. Erfolgsserien wie Jessica Albas Tirolurlaub zeigen, dass es manchmal weniger um pure Größe als um Authentizität und Zielgruppenbindung geht. Marco Polo fehlt diese Verbindung, das ist das bittere Fazit.

Was lernen wir daraus? Großes Budget allein garantiert keinen Erfolg. Auch bei Serien gilt: sorgfältige Einschätzung des Marktes, kluge Platzierung und vor allem: eine fesselnde Geschichte. Die nächste Netflix-Wette sollte also immer mit Plan B kommen, auch wenn das Publikum heute schnell vergisst, was gestern floppte. Denn in der Welt des Entertainments wie früher beim Wettgeschäft heißt es: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt – aber wer blind setzt, gewinnt selten nachhaltig.

Foto: Franck V. / Unsplash

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