Es gibt diese Art von Schlagzeilen, die auf den ersten Blick überraschen und dann doch ganz viel Wahrheit in sich tragen. Philipp Hochmair, dieser charismatische Bühnenmagier aus Österreich, bekannt als „Jedermann“ bei den Salzburger Festspielen, hat vor Kurzem ein Bekenntnis abgelegt, das man nicht einfach so wegwischen kann: Er sehnt sich nicht nach einem klassischen Familienleben.
Jetzt mal ehrlich – da schrillen bei vielen die Alarmglocken. Ein Star in seinen besten Jahren, und kein Interesse an Ehe, Kindern oder dem ganzen familiären Getümmel? Da fallen doch sofort die altmodischen Bilder eines bürgerlichen Lebens in sich zusammen. Aber genau hier offenbart Hochmair eine spannende, moderne Perspektive. Er sagt klar: „Ich musste feststellen, dass ich für ein klassisches Familienleben nicht gemacht bin.“
Wenn Familie nicht Blut, sondern Band heißt
Was bei vielen für Unverständnis sorgen dürfte, ist für Hochmair eine bewusste Entscheidung. Sein Bruder etwa lebt das klassische Modell mit Ehefrau und drei Kindern. Doch der Schauspieler will in diesem Leben nicht tauschen. Stattdessen definiert er Familie mit seinen Bandmitgliedern und Kollegen. Das ist mehr als nur ein nettes Wortspiel. Es ist ein Signal, dass soziale Bindungen heute viel wandelbarer sind als früher gedacht.
Gerade in der Welt von Kunst und Theater, wo man oft lange Abende, Tourneen und intensive Projekte teilt, wachsen diese Bande zu einer Art Familie heran. Die „Elektrohand Gottes“, seine Musikband, ist so ein Zuhause für ihn. Und wer jetzt denkt, das sei eine Notlösung, unterschätzt die Kraft dieser Gemeinschaft. Es ist eine Wahl zwischen zwei Welten, und Hochmair hat sehr bewusst eine Seite gewählt.
Die Herausforderung der Bühne und das Leben danach
Wer Hochmair auf der Bühne erlebt, der weiß: Da brennt ein Feuer. Als „Jedermann“ muss er fast zwei Stunden lang ohne Pause durchspielen und dabei die Reime von Hofmannsthal mit voller Energie tragen. Kein Wunder, dass er danach erst einmal essen muss, um die verbrauchten Kalorien wieder reinzuholen. Das ist kein einfacher Job, das ist eine Kunstleistung, die körperlich und mental enorm fordert.
Und das bringt mich zu einem Gedanken, den ich als ehemaliger Kommentator immer wieder hatte: Wer so viel Energie in die Bühne steckt, muss vielleicht auch damit leben, dass nur ein anderer Lifestyle funktioniert. Hochmair ist ein klarer Gegenentwurf zu den gängigen Huldigungen an die klassische Familie, wie man sie etwa in Geschichten um Hansi Hinterseer und Ramona findet, wo Jahrzehnte Ehe und Heimatgefühl im Mittelpunkt stehen.
Das heißt nicht, dass sein Modell besser oder schlechter ist. Es ist anders, authentisch und eben auch belebend. Und der Knackpunkt ist: Man sollte gar keine Angst vor solchen Gegenmodellen haben. Die Gesellschaft wird nicht weniger lebenswert, wenn Menschen wie Hochmair ihr Familienbild neu definieren.
Für alle, die im Spiegel der Gesellschaft immer wieder die Frage hören, wie ihr Familienleben aussehen muss, um zu funktionieren, gibt Hochmair eine klare Antwort: Es gibt kein Patentrezept. Familie ist da, wo Herz und Verlässlichkeit sind – egal ob mit Kindern oder einer Band.
Man darf gespannt sein, wie sich diese Haltung gerade in der Kunstwelt weiterentwickelt. Wer einen Blick auf andere Bühnenstars wirft, sieht, dass die Kreativszene immer wieder neue Wege findet, Leben und Arbeit miteinander zu verbinden.
Zum Schluss bleibt nur eines: Respekt für Hochmairs klare Haltung und das Mutmachen, seinen eigenen Weg zu finden. Denn am Ende ist das der größte Gewinn. Wer im Leben die richtige Balance findet, der hat schon gewonnen – mit oder ohne die klassische Familie.
Foto: Claudio Schwarz / Unsplash






