Ach, das ist doch was Feines für den Wiener Sommer, nicht wahr? Da kommt das Volkskino ins Rudolfsheim Fünfhaus und verwandelt den Schwendermarkt am 30. Juli in einen Kinosaal unter freiem Himmel. Schon allein die Idee, einen Markt als kulturellen Treffpunkt zu nutzen, macht mich neugierig. Man kennt das ja, Märkte sind sonst eher voll mit Schnäppchenjägern und Marktlern, aber hier geht’s um Film und Flair gepaart mit kostenlosen Köstlichkeiten – Popcorn, versteht sich.
Der Film des Abends heißt How to be Normal. Ein österreichisches Werk, was mich schon wieder aufhorchen lässt. Die Geschichte dreht sich um Pia, eine Frau, die nach einem Klinikaufenthalt versucht, in ihrem Elternhaus wieder zurechtzukommen. Aber hier wird es richtig spannend. Pia wird plötzlich 20 Meter groß und bekommt Superkräfte. Ich meine, wer von uns hat nicht ab und zu das Gefühl, in einem Meer von Erwartungen und Normen zu versinken? Da fragt man sich schnell: Wer bestimmt eigentlich, was normal ist? Und genau das stellt der Film auf die Probe. Das klingt nicht nach leicht verdaulicher Unterhaltung, sondern nach Stoff, der uns alle zum Nachdenken bringt – und das unter Sternenhimmel, mit Popcorn und ohne Eintritt. Da kann man nicht meckern.
Ein kultureller Markt der Möglichkeiten in Wien
Sieben, ach was, fünf Abende werden noch an verschiedenen Märkten Wiens solche sommerlichen Freiluftkinos geboten. Diese Initiative vom Wiener Marktamt zusammen mit dem Verein Volkskino zeigt, dass Kultur nicht immer teuer oder elitär sein muss. Hier spielt die Gesellschaft auf dem Platz, mitten im Bezirk, und jeder kann dabei sein. Ich wette, die lockere Atmosphäre macht das Filmerlebnis intensiver als in manchem überfüllten Kinosaal. Die Sitzplätze sind frei wählbar, wer zuerst kommt, mahlt zuerst, sozusagen.
Interessant ist auch, wie das Filmprogramm aufgebaut ist. Wer sich ein bisschen mit Österreichs Filmszene auskennt, weiß, wie kreativ und kritisch hierzulande Kino gestaltet wird. Gratis Sommerfreuden bieten da mehr als nur Unterhaltung: Sie fordern das Publikum heraus, regen an und verbinden Menschen in einer oft so hektischen Stadt.
Natürlich darf man die kleinen Dinge nicht vergessen: Kostenloses Popcorn aus der Popcornmaschine, solange der Vorrat reicht. Das ist mehr als nur ein Gimmick, das gehört einfach dazu, um dieses Open Air Kino Erlebnis perfekt zu machen. Man spürt, dass hier mit Herz und Verstand geplant wird. Gratis Zugang zur Kultur, dazu noch die Möglichkeit, sich nach dem Film beim Marktstand mit frischen Produkten zu versorgen – das ist nachhaltiges, urbanes Leben.
Auch wenn ich mich als alter Hase im Kommentieren und Analysieren von Sport und Wettmärkten auch immer mit Zahlen beschäftige, sehe ich hier eine unschlagbare Quote an Lebensqualität für wenig Geld und mit viel Charme. Wien zeigt erneut, wie urbanes Kulturleben funktionieren kann – ohne großes Tamtam, ohne Eintrittskartenstress, einfach nur Spaß und Austausch.
Wer also Lust hat, mal wieder ein echtes Kinoflair zu schnuppern und nebenbei mit den Leuten ins Gespräch zu kommen, der sollte sich den 30. Juli im 15. Bezirk vormerken. Und keine Sorge, wer den Termin nicht schafft: Weitere Märkte sind dabei, das Programm findet man unter www.volxkino.at/programm. So eine Gelegenheit zu freien Kinoabenden mitten in Wien gibt es nicht jeden Tag, da gilt es, rechtzeitig die besten Plätze zu sichern.
Nun, was bleibt zum Schluss? Mein Tipp ist klar: Nutzen Sie solche Angebote, denn sie kosten wenig, bringen viel Freude und sind ideal, um den Sommer in Wien auf eine ganz besondere Weise zu erleben. Und wenn Sie dann noch ein bisschen Popcorn knabbern und die große Pia bewundern, die mit ihren 20 Metern Größe die Norm sprengt, dann haben Sie Wien in seiner charmantesten Form kennengelernt.
Foto: Jahanzeb Ahsan / Unsplash






