Ach, Robin Hood, dieser ewige Held des englischen Volksglaubens. Man kennt ihn als den edlen Rächer der Armen, der reichen Söhnen etwas klaut, um den Bedürftigen zu geben. Aber jetzt kommt The Death of Robin Hood ins Kino, und das klingt schon nicht mehr nach Märchenstunden und grünen Wäldern voller Freiheit. Nein, hier geht es um die letzten Tage des Gesetzlosen, gespielt von keinem Geringeren als Hugh Jackman. Und wenn Jackman sich diese Rolle schnappt, dann ist sicher nicht alles Sonnenschein und Pfeil und Bogen.
Regie führen gleich mehrere versierte Köpfe, darunter Michael Sarnoski. Das Drehbuch stammt ebenfalls aus seiner Feder, unterstützt von einem Team, das wohl auf dunklere Töne und psychologische Tiefe setzt. Das Ganze läuft in knapp zweieinhalb Stunden, genug Zeit also, um dem bekannten Mythos einen ganz neuen Anstrich zu geben. Der Trailer zeigt schon eine bedrückende, fast schon thrillerartige Stimmung, die man so von Robin Hood kaum erwartet hätte.
Und da sind wir gleich bei der Sache: Warum eigentlich diese Wandlung? Der Legende ein Ende setzen? Das erinnert mich etwas an Christopher Nolans Herangehensweise, wie er historische oder klassische Stoffe mit frischem Glanz neu interpretiert – siehe seinen Hit Die Odyssee. Nicht einfach das Alte reproduzieren, sondern den Zuschauer zum Nachdenken herausfordern.
Das Ensemble liest sich jedenfalls wie aus dem Bilderbuch: Neben Hugh Jackman sind auch Jodie Comer und Bill Skarsgård mit von der Partie. Wer deren Arbeit kennt, weiß, dass hier kein seichtes Hollywood-Kino zu erwarten ist. Spannung, Drama und die ein oder andere überraschende Wendung scheinen vorprogrammiert.
Interessant auch die musikalische Begleitung durch Derek Hehir und Jim Ghedi. Musik kann so viel Atmosphäre und Nuancen erzeugen, gerade wenn man eine bekannte Geschichte ins Dunkle zieht. Hier wird also nicht nur optisch experimentiert, sondern auch klanglich auf ein Erlebnis gesetzt, das unter die Haut geht.
Für alle Kinofans aus Wien und ganz Österreich ist das Timing passend, um eine frische Perspektive auf eine Ikone der Popkultur zu erleben. Wer sich übrigens auch für andere starke Figuren und packende Geschichten interessiert, dem empfehle ich unbedingt einen Blick auf den erwähnten Wild Republic. Da tut sich ebenfalls viel und zeigt, wie gut modernes Drama funktioniert.
Abschließend noch ein persönlicher Tipp: Wer in diesem Sommer mal etwas anderes als das übliche Heldenepos sehen will, sollte The Death of Robin Hood nicht verpassen. Es ist nicht nur ein Film, es ist eine neue Interpretation, die unsere Sehgewohnheiten herausfordert. In der Welt der Filmklassiker, die zum Glück auch hierzulande im Fokus stehen, wie das Wiener Möbelmuseum beweist, wirkt so ein frischer Ansatz besonders wertvoll.
Also, Tasche gepackt, Plan B im Kopf und los ins Kino. Denn wie sagt der altbekannte Kommentar-Kollege immer: Wer nur auf Bewährtes setzt, verpasst die echten Überraschungen.
Foto: Jacob Mejicanos / Unsplash






