Fünf österreichische Klubs starten in dieser Europacup-Saison voll durch – Rapid, Austria, Sturm, LASK und Salzburg. Klingt gut, doch Vorsicht, das könnte der letzte Auftritt in dieser breiten Formation für eine Weile sein. Warum? Weil Österreich einen wichtigen Europacup-Startplatz verliert. Das waren keine Luftnummern, sondern knallharte Konsequenzen aus mehreren Jahren schwacher Ergebnisse auf internationalem Parkett.
Die UEFA-Fünfjahreswertung ist klipp und klar. Österreich dümpelt derzeit auf Position 22 herum, und der Abstand auf Rang 15, der den letzten Fixplatz in einer Ligaphase garantiert, beträgt satte 8,118 Punkte. Schon letztes Jahr erzielten unsere Klubs gerade mal 4,100 Punkte. Zum Vergleich: 2015/16 waren es ähnlich düstere 3,800 Punkte. Keine schöne Statistik, wenn man den Namen Österreich auf der Europabühne weiterhin strahlen sehen will.
Die Wahrscheinlichkeit, dieses Defizit im laufenden Jahr aufzuholen, liegt laut der Analyseplattform Football meets Data bei gerade mal 0,3 Prozent. So knapp wie Wien vor einer Wahl, aber hier geht es um nackte Zahlen und Punkte. Trotzdem ist diese Saison alles andere als verloren. Jeder einzelne Erfolg zählt doppelt, dreifach. Ein Sieg in der Qualifikation bringt 0,2 Punkte, in der Ligaphase schon 0,4. Das klingt nach wenig, doch in der Summe kann es ein Fundament für die nächsten Jahre legen.
Das Ziel muss sein, möglichst viele österreichische Teams überhaupt in die Ligaphase zu bringen. Und genau hier liegt unser Hoffnungsschimmer: Die genannten fünf Klubs haben in den letzten Jahren die meiste UEFA-Punkte eingefahren. Wenn sie jetzt ihre Hausaufgaben machen, kann sich der Abwärtstrend zumindest abbremsen.
Doch die Folgen des Absturzes werden uns auch in Zukunft begleiten. Ab der Saison 2027/28 treten nur noch vier österreichische Teams an statt fünf. Für den Meister heißt das Champions-League-Quali ab der ersten Runde, ein harter Brocken. Die anderen müssen sich in den Europa- und Conference-League-Qualifikationen durchkämpfen. So wird der Weg schwieriger, die Luft dünner.
Christian Ebenbauer, der Bundesliga-Boss, hat den Finger schon vor Monaten in die Wunde gelegt: Es geht nicht darum, unrealistische Träume zu jagen, sondern dort anzukommen, wo die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Liga liegt – auf Platz 14 oder 15 Europas. Dort sollte auch die sportliche Leistung angesiedelt sein. Aktuell sind wir von diesem Level noch weit entfernt.
Für alle, die mitverfolgen, wie sich die europäische Fußballszene entwickelt, lohnt sich auch ein Blick auf die Skylights der Saison. Spannende Vergleiche zeigen, wo Österreich steht und wo es hingehen muss. Wenn wir wollen, dass unsere Klubs nicht nur international mitspielen, sondern auch bestehen, dann gilt es jetzt volle Kraft voraus bei den nächsten Spieltagen.
Mein Rat als alter Wett- und Fußballanalyst: Setzt nicht blind auf Wunschdenken. Analysiert die Chancen realistisch. Jeder Sieg, jede Runde, die man übersteht, kann Punkte bringen. Nur mit klarem Kopf bleibt die Hoffnung auf bessere Tage erhalten. Sonst wird es ein zähes Jahrzehnt.
Fazit: Die Europacup-Saison 2026/27 ist für Österreich eine Schicksalssaison. Sie entscheidet, ob die rot-weiß-roten Klubs den Anschluss an die europäischen Topnationen halten können oder weiter abrutschen. Abwarten ist keine Option. Es braucht mutige Spiele, verlässliche Leistungen und eine Strategie, die langfristig rechnet. Sonst droht sogar ein Verlust weiterer Startplätze. Und das wäre ein Schlag, von dem sich österreichischer Fußball nur schwer erholen wird.
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