Besorgniserregender Trend bei Lebensjahren in schlechter Gesundheit in Österreich

Franz Steiner
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24. Juli 2026 · 3 Min. Lesezeit
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Besorgniserregender Trend bei Lebensjahren schlechter
Bildnachweis: Symbolfoto · Austrian Times

Es klingt fast wie ein Hohn der Zeitrechnung: Die Welt wird älter, wirklich älter, aber die Qualität dieser Lebensjahre lässt zu wünschen übrig. Eine neue Studie, veröffentlicht im renommierten The Lancet Public Health, zeigt klar, dass Menschen weltweit immer mehr Jahre bei schlechter Gesundheit verbringen. Und ja, auch Österreich ist davon betroffen.

Wie lange leben wir wirklich gesund

1990 lag die zu erwartende Lebenszeit bei schlechten Gesundheitszuständen im Durchschnitt bei 8,8 Jahren. 2023 sind wir schon bei 10,7 Jahren, also fast zwei Jahre mehr. Das mag auf den ersten Blick nicht dramatisch klingen, aber denken Sie daran: Fast zehn Prozent mehr Lebenszeit mit gesundheitlichen Einschränkungen bedeutet für die Gesellschaft, das Gesundheitssystem und jeden Einzelnen eine enorme Belastung.

Interessant dabei ist die sogenannte Krankheitskluft: die Differenz zwischen der gesamten Lebensspanne und den Jahren in guter Gesundheit. In Österreich wuchs diese Kluft von 9,9 Jahren 1990 auf satte 11,9 Jahre 2023. Das heißt in Klartext: Fast 12 Jahre verbringen Österreicherinnen und Österreicher heutzutage mit Krankheiten oder Behinderungen, die das Leben schwer machen.

Diese Entwicklung hängt stark mit Wohlstandsländern zusammen, die zwar eine längere Lebenserwartung aufweisen, aber gleichzeitig auch länger mit chronischen Beschwerden leben. Die Studie um Christopher Murray, der mit seinem Team an der University of Washington wirklich akribisch Daten aus über 200 Ländern analysiert hat, bringt uns diesen Widerspruch nackter denn je vor Augen.

Frauen leben länger aber mit mehr Leid

Ein weiterer gewichtiger Punkt: Frauen leben zwar länger, rund fünf Jahre mehr als Männer in Österreich, aber sie verbringen mehr Jahre mit schlechter Gesundheit. 12,1 Jahre sind es weltweit im Schnitt, gegenüber 9,3 Jahren bei Männern. Catherine Bisignano, Co-Autorin der Studie, bringt es auf den Punkt: Die zusätzlichen Lebensjahre kommen nicht automatisch mit mehr Wohlbefinden.

Die Hauptschuldigen für den Anstieg der Krankheitsjahre sind keine exotischen Leiden, sondern ganz banale und doch lästige Probleme wie Schmerzen im unteren Rücken, Gelenksbeschwerden und psychische Erkrankungen wie Depressionen und Angststörungen. Diese Krankheiten lassen sich zum Teil durch Lebensstiländerungen verhindern. Hohe Blutzuckerwerte, Übergewicht und Rauchen sind dabei die größten Widersacher.

Hierzulande, mit einer Lebenserwartung von 79,4 Jahren für Männer und 84,1 für Frauen, sollte man das nicht einfach so akzeptieren. Die Herausforderung besteht darin, nicht nur Jahre zum Leben hinzuzufügen, sondern Leben zu den Jahren. Ein Satz, den jeder Gesundheitspolitiker sich hinter die Ohren schreiben sollte.

Wenn wir schon dabei sind, über Lebensqualität zu sprechen: Diese Thematik ergänzt auch wunderbar unsere Berichterstattung rund um sagenhafte Naturerlebnisse oder die Bedeutung von aktiver Bewegung für Körper. Denn nur wer sich bewegt, lebt nicht nur länger, sondern oft auch besser.

Mein Rat an Sie, liebe Leserinnen und Leser, ist simpel: Nutzen Sie die Zeit, die Sie gesund sind, klug. Entwickeln Sie einen Plan B für Ihre Gesundheit und betreiben Sie ein bisschen mehr Risikoanalyse mit Ihrem Lebensstil als früher, bevor die Krankheitsjahre Ihr Leben dominieren. Die Zahlen lügen nicht – und wie einst der legendäre Kommentator Edi Finger sagte: „Man muss den Dingen auf den Grund gehen.“ Hier liegt der Grund klar vor uns, und handeln müssen wir alle.

Foto: Stock / Unsplash

Franz Steiner
Franz Steiner

Legendärer Wiener Fußball-Kommentator im Ruhestand und langjähriger Chef-Quotenrechner einer österreichischen Buchmacher-Kette. Über drei Jahrzehnte hat Franz Spiele analysiert, Quoten kalkuliert und Wettmärkte durchleuchtet. Heute schreibt er mit analytischer Schärfe, trockenem Wiener Schmäh und einem gesunden Misstrauen gegenüber allzu schönen Bonusversprechen.

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