Hilgeum und Shake Stew feiern faszinierendes Musikdebüt und Jubiläum in Österreich

Franz Steiner
Franz Steiner
24. Juli 2026 · 3 Min. Lesezeit
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Hilgeum Shake Stew feiern faszinierendes
Bildnachweis: Symbolfoto · Austrian Times

Da sitzt man gemütlich bei den Winzern in Krems und plötzlich wird man Zeuge eines musikalischen Brückenschlags, der östliche Tradition mit mitteleuropäischer Jazz-Improvisation auf eine Bühne bringt. Genau das passiert gerade bei Glatt & Verkehrt 2026 – mit dem Österreich-Debüt des koreanischen Trios Hilgeum und dem zelebrierten Zehn-Jahres-Jubiläum von Shake Stew. Da fragt man sich als alter Hase im Musikgeschäft ja doch, wie sich ein Ensemble mit traditionellen koreanischen Instrumenten und eine der angesagtesten europäischen Jazzbands so wunderbar die Klinke in die Hand geben können. Die Antwort steckt wohl in der Kunst, Tradition nicht starr zu bewahren, sondern mit modernem Sound und Improvisation zu neuem Leben zu erwecken.

Das Trio Hilgeum, gegründet erst 2020 und frisch von der Korea National University of Arts, spielt traditionelle koreanische Saiteninstrumente wie die sechs- und zwölf-saitigen Wölbbrettzithern Geomungo und Gayageum sowie die zweisaitige Röhrenspießgeige Haegeum. Das Besondere daran? Diese jungen Musikerinnen lassen sich von zeitgenössischer Kunst inspirieren und erschaffen ihre Stücke durch Improvisation, die in festen Strukturen münden. Klingt nach einer frischen Brise fernöstlicher Klangwelten, die gerade in Europa nach neuen Impulsen dürstet. Die Verbindung von Film, Malerei und Videokunst als kreative Quelle lässt da auf ein visuelles Erlebnis neben der musikalischen Reise hoffen.

Auf der anderen Seite haben wir Shake Stew, das Wiener Septett um Bassist Lukas Kranzelbinder, das seit 2016 nicht nur national sondern europaweit Jazzfreunde begeistert. Was diese Band auszeichnet, ist die dichte und polyrhythmische Groove-Basis mit zwei Bassisten und zwei Schlagzeugern, die den Raum für die kraftvollen Improvisationen von Trompete, Saxophon und Flöte schaffen. Neu im Ensemble ist die Altsaxofonistin und Flötistin Yvonne Moriel, die mit ihrem frischen Atem das Klangbild bereichert.

Und jetzt der Clou: Zum Jubiläum erweitern sie die Band mit der syrischstämmigen Pariser Flötistin Naïssam Jalal, die es virtuos schafft, Jazz mit arabischen und indischen Musikelementen zu verknüpfen. Gerade für Österreichs Musikszene, die sich in den letzten Jahren in Richtung Weltmusik und Cross-Over vermehrt geöffnet hat, ist das ein starkes Signal.

Man merkt hier wunderbar, wie das Festival Glatt & Verkehrt als Plattform fungiert, um musikalische Horizonte zu erweitern und Grenzen zu überschreiten. Für Fans von Jazz und Weltmusik ist das mehr als nur ein Konzert – es ist eine Entdeckungsreise, die zwischen den Kulturen pendelt und neue Klangwelten öffnet. Kein Wunder, dass österreichische Musikfreunde hier im sommerlichen Krems voll auf ihre Rechnung kommen.

Natürlich lohnt sich ein Vergleich mit anderen großartigen internationalen Musikereignissen, die gerade Wien regelmäßig beleben. Wer sich für spannenden musikalischen Mix interessiert, findet nebenbei auch bei unserer Berichterstattung über Teddy Swims oder Popfest Wien spannende Einblicke in die österreichische Musikszene.

Am Ende bleibt die klare Erkenntnis: Die Musik von Hilgeum und Shake Stew zeigt, wie wichtig Offenheit und Experimentierfreude sind. Sie verbindet Generationen, Kontinente und Genres auf eine Weise, die nicht nur den Jazzliebhaber, sondern auch den neugierigen Zuhörer begeistert. Für alle, die noch auf den letzten Drücker Tickets ergattern wollen oder einfach im Radio reinhören, gilt der Tipp: Augen und Ohren offen halten. Wer hier nicht zumindest ein bisschen Herz in die Hand nimmt, verpasst eine der spannendsten Klangkombinationen des Jahres.

Und wie immer gilt: Auch musikalische Risiken werden nur mit klarem Kalkül zu einem Gewinn. Schließlich ist es wie bei einem guten Wettgeschäft – das Ergebnis ist immer das Produkt aus Vorbereitung, Mut und der Bereitschaft, neue Wege zu probieren. Für Musikfreunde also ein Fest, das man nicht unbedacht verstreichen lassen sollte.

Foto: Anthony DELANOIX / Unsplash

Franz Steiner
Franz Steiner

Legendärer Wiener Fußball-Kommentator im Ruhestand und langjähriger Chef-Quotenrechner einer österreichischen Buchmacher-Kette. Über drei Jahrzehnte hat Franz Spiele analysiert, Quoten kalkuliert und Wettmärkte durchleuchtet. Heute schreibt er mit analytischer Schärfe, trockenem Wiener Schmäh und einem gesunden Misstrauen gegenüber allzu schönen Bonusversprechen.

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