Da sitzt man also in Wien und denkt sich: Wie bringt man ein Stück tropisches Lateinamerika mitten in den 16. Bezirk? Ganz einfach, man veranstaltet das Kolumbien Festival. Am 18. Juli verwandelte sich die Yppengasse in eine bunte Bühne für kolumbianische Musik, Tanz und kulinarische Spezialitäten. Die Bedeutung? Ein echter Kulturaustausch, der weit über ein bloßes Musikfest hinausgeht.
Marcela Tovar Thomas, die kolumbianische Botschafterin in Österreich, hat es in ihrer Begrüßung auf den Punkt gebracht. Kultur ist eine Brücke. Nicht nur zwischen Ländern, sondern auch zwischen Menschen mit unterschiedlichen Geschichten. Österreich und Kolumbien zeigen hier, wie Freundschaft und gegenseitiger Respekt gelebt werden können. Das erinnert mich an die Worte von Wladimir Kaminer, der einst sagte, Kultur sei die beste Ausrede, um zusammenzukommen. Und so war das auch.
Musik und Nachhaltigkeit gehen Hand in Hand
Die musikalische Eröffnung durch Latin Latas war mehr als nur Unterhaltung. Die beiden Künstler spielten auf Instrumenten aus recyceltem Plastik. Ein Paradebeispiel für kreativen Umgang mit Ressourcen, das nicht nur im Fußballstadion oder an der Wettstrecke seinen Platz hätte. Nachhaltigkeit ist kein Modewort, sondern eine Haltung. Und wer hier mit alten Dosen Trommeln baut, zeigt gleichzeitig, dass Umweltbewusstsein und Kunst wunderbar harmonieren können. Der Erlös aus dem Verkauf von Schmuck aus recyceltem Kunststoff unterstützte sogar soziale Projekte. Ein zweifacher Gewinn also.
Artist Zumbao und die Vielfalt kolumbianischer Rhythmen
Später brachte die Band Artist Zumbao die Bühne zum Beben. Die Mischung aus traditionellen Klängen und modernen Beats brachte das Publikum in Bewegung. Besonders die Tänzerin mit dem Lasso zeigte eindrucksvoll die Tradition der Llanos, der kolumbianischen Grasländer. Wie oft sieht man solche Verbindung von Musik und Tanz, die kulturelle Tiefe vermitteln und gleichzeitig pure Lebensfreude versprühen? Kaum. Das Publikum dankte mit begeistertem Applaus, der bis in die Nachtwände nachhallte.
Für Wien ist dieses Festival inzwischen ein echtes Highlight im Kulturkalender. Es zeigt, wie vielfältig und weltoffen unsere Stadt ist. Und es beweist einmal mehr: Kulturveranstaltungen sind keine Einbahnstraße. Sie bringen Menschen zusammen schaffen Verständnis und fördern den Dialog. So etwas hätte ich mir in meiner Zeit als Sportkommentator manchmal auch gewünscht. Denn ob auf dem Spielfeld oder bei einem Festival wie diesem hier – echte Leidenschaft und echtes Können ziehen immer alle in ihren Bann.
Wer also auf der Suche nach einem kulturellen Abenteuer ist, dem sei das nächste Kolumbien Festival ans Herz gelegt. Ein lebendiges Beispiel dafür, wie viel Herz und Ideenreichtum in der Verbindung von Musik, Tanz und sozialem Engagement stecken können.
Wer sich für weitere musikalische Highlights in Wien interessiert, dem kann ich nur empfehlen, einen Blick auf das Comeback von Bob oder die überraschende Bühnenkooperation von Nena mit Xavier Naidoo in Niederösterreich zu werfen. Kultur lebt von Vielfalt und Überraschungen, genau wie das Kolumbien Festival in unserem schönen Wien.
Medienberichten zufolge hat sich das Kolumbien Festival also zu einem echten Treffpunkt für alle Kulturliebhaber, Diplomaten und die kolumbianische Community entwickelt. Ein Fest, das man nicht verpassen sollte.
Mein Rat: Gehen Sie offen hinein, nehmen Sie die Vielfalt auf sich wirken und lassen Sie sich von der Lebensfreude anstecken. Und denken Sie daran – so wie beim Sport, gibt es auch bei kulturellen Erlebnissen keine Garantie auf den perfekten Gewinn. Aber die Investition in Erfahrung und Freude zahlt sich jede Mal aus.
Foto: Sergio Aguirre / Unsplash






