Da steht es wieder vor der Tür, das Popfest in Wien – ein Ereignis, das Stadt und Szene wie keine zweite Veranstaltung im Sommer belebt. Über 50 Acts verteilt auf bemerkenswerte Locations wie den Karlsplatz, das Wien Museum oder die barocke Karlskirche sorgen für eine Melange aus Indie, Rap, Jazz und elektronischer Klangkunst. Für ein Festival, das gratis ist, weil Kultur nichts kosten darf, macht das ordentlich was her.
Man denkt sich ja leicht, ein Festival mit gratis Eintritt kann nur halb so gut sein. Aber weit gefehlt. Wenn ich mir die Auswahl anschaue, dann merkt man, dass die Programmmacher Sofie Royer und Wolfgang Lehmann nicht einfach nur Bands ohne Konzept zusammentrommeln. Das Motto „Anfänge“ beispielsweise – da steckt ein Konzept dahinter, das von Austropop-Pionierin Marianne Mendt bis zu Newcomern wie Tamara Flores reicht. Die Seebühne vor der Karlskirche wird diesmal zum echten Highlight, weil sie diese einzigartige Kulisse mit einem frischen musikalischen Atem verbindet.
Dem, der denkt, Popfest sei nur Musik, rate ich mal genauer hinzuhören: Talks und Filmvorführungen, sogar eine Live-Podcast-Session. Das ist mehr als Bühnenprogramm, das ist eine kulturelle Plattform. SPÖ-Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler bringt es auf den Punkt, wenn sie das Fest als Zeichen von Vielfalt und leistbarem Zugang zu Kunst bezeichnet. Für Wien ist das eine wichtige Message, gerade wenn man bedenkt, wie teuer Kultur sonst wird.
Wer sich also am 23. bis 26. Juli fragt, wo es laute oder leise musikalische Momente gibt, der muss sich nur an den Karlsplatz begeben oder einen Abstecher ins Wien Museum machen. Ob Dexpleen im Foyer oder der Club U am späten Abend – man findet für jeden Geschmack etwas. Und ich sehe das als eine Einladung, den Sound der Stadt zu erforschen statt nur konsumieren. Wer übrigens keine Lust auf das volle Programm hat, kann sich auch bei der vorherigen Ausgabe inspirieren lassen, um sich einen hübschen Überblick zu verschaffen.
Ein Blick aufs Wetter zeigt, dass man diesmal mit angenehmen Temperaturen rechnen darf. Kein Regen, keine unerwarteten Gewitterwolken – beste Voraussetzungen für Open-Air und Indoor-Sessions. Ganz ehrlich, als jemand, der schon viele Festivals gesehen hat, muss ich sagen: Das Popfest ist ein Paradebeispiel, wie man urbane Musikfeste nachhaltig und spannend organisiert ohne die Geldbörse zu strapazieren.
Fazit: Das Popfest bringt nicht einfach nur Musik, sondern ein lebendiges Stück Wiener Kultur mit echtem Herzblut. Mein Tipp an die Leser ist klar: Nutzen Sie die Gelegenheit, die bunte Bandbreite von Musik und Kultur vor Ihrer Haustür zu erleben. Planen Sie Ihr Programm, denn Vielfalt braucht Orientierung. Und wer weiß – vielleicht entdecken Sie gerade hier Ihren nächsten Lieblingsact oder ein neues Genre. In der Welt der Pop- und Klangkunst ist Neugier einfach der beste Eintritt.
Foto: Yvette de Wit / Unsplash






