Die dritte Ausgabe von New Voices startet ab 10. September 2026 mit einem Doppelprogramm, das frischen Wind ins heimische Kino bringt. Gezeigt werden die Langfilmdebüts von Leonhard Pill und Magdalena Chmielewska, zwei Regisseur:innen, die mit ihren Werken nicht nur Geschichten erzählen, sondern gesellschaftliche Fragen und weibliche Perspektiven eindrucksvoll ins Zentrum rücken. Wie Medien berichten film.at, tourt die Reihe durch sieben österreichische Kinos und zeigt, wie junges Kino heute in Österreich aussieht.
New Voices als Plattform für mutige Debüts und gesellschaftliche Themen
New Voices hat sich längst als Label für Nachwuchsfilme etabliert, die mutig neue Wege gehen. Diesmal stehen zwei Filme im Fokus, die unterschiedlicher nicht sein könnten und doch ein gemeinsames Thema teilen: die Kraft der weiblichen Erfahrung und die Auseinandersetzung mit Lebensrealitäten abseits des Mainstreams. Leonhard Pills Dokumentarfilm „Muss das Pferd auch arbeiten?“ begleitet seine Schwester Valeria, eine Wanderschäferin, die mit rauer Ehrlichkeit ihren Alltag zwischen Natur, Tradition und moderner Welt meistert. Der Film verzichtet auf romantisierende Klischees und zeigt eine Frau, die in einem Beruf arbeitet, der gegen den Strom der Digitalisierung schwimmt. (film.at)
Magdalena Chmielewskas Hybridfilm „Teresas Körper“ ist ein poetisches und zugleich widerständiges Werk, das Schmerz, Traumata und familiäre Bindungen in den Fokus rückt. Die Protagonistin Teresa sucht nach Linderung und Befreiung von unsichtbaren Leiden, während sie mit ihren Töchtern auf eine Reise voller Ungewissheiten geht. Zwischen dokumentarischer Beobachtung und fiktionaler Erzählung entsteht ein eindringliches Porträt weiblicher Selbstbehauptung, das an die große Tradition feministischer Filmkunst anknüpft.
Die Kombination aus Dokumentar- und Spielfilmformaten macht die Reihe besonders spannend. Sie zeigt, wie junge Filmemacher:innen mit unterschiedlichen Mitteln gesellschaftliche Themen verhandeln und dabei einen eigenen, unverwechselbaren Stil entwickeln. Wer sich für die österreichische Filmszene interessiert, sollte diese Reihe nicht verpassen.
Was bedeutet New Voices für die österreichische Kinolandschaft und das Publikum
Die Tour von New Voices durch sieben ausgewählte Kinos in Wien, Krems, Graz, Linz, Salzburg und Innsbruck bringt frische Stimmen direkt ins Publikum. Die Möglichkeit, die Regisseur:innen bei Vorführungen zu erleben, schafft eine besondere Nähe und fördert den Dialog zwischen Filmschaffenden und Kinogängern. Gerade in Zeiten, in denen das Kino durch Streamingdienste und globale Produktionen unter Druck steht, setzt New Voices ein starkes Zeichen für regionale Filmkultur und Nachwuchsförderung.
Für Österreichs Filmfans bedeutet das Programm eine willkommene Gelegenheit, neue Perspektiven zu entdecken und sich mit Themen auseinanderzusetzen, die jenseits der großen Blockbuster liegen. Der Fokus auf weibliche Lebensrealitäten und traditionelle Berufe, die im Wandel sind, trifft den Nerv einer Gesellschaft, die sich zunehmend mit Diversität und Nachhaltigkeit beschäftigt.
Interessanterweise zeigt New Voices auch, wie junge Filmemacher:innen mit der eigenen Biografie und familiären Geschichten arbeiten. Das macht die Filme authentisch und emotional nahbar. Gleichzeitig fordert die Reihe das Publikum heraus, sich mit komplexen Fragen auseinanderzusetzen und Empathie für Lebensentwürfe zu entwickeln, die oft im Schatten der modernen Gesellschaft stehen.
Für alle, die sich für das aktuelle Kinoprogramm interessieren, lohnt sich ein Blick auf die Website, wo das vollständige Programm und die Spielorte gelistet sind. Wer das Flair von Open Air Kinos und heimischen Filmklassikern mag, findet etwa auch im Wiener Möbelmuseum spannende Angebote, die das heimische Filmgeschehen lebendig halten.
Fazit: New Voices zeigt eindrucksvoll, dass das österreichische Kino jung, vielfältig und gesellschaftlich relevant bleibt. Wer sich auf diese Filme einlässt, erlebt nicht nur spannende Geschichten, sondern auch eine lebendige Filmkultur, die sich mit aktuellen Themen auseinandersetzt und neue Stimmen im Kino etabliert.
Foto: Shuangyuan Wei / Unsplash




