Wenn Hollywoodgrößen auf die Bühne steigen, erwartet man schnell das große Spektakel. Doch Keanu Reeves, der niemals nur der eine Blockbusterheld ist, sondern seit über 30 Jahren auch Bassist der Alternative-Rock-Band Dogstar, präsentierte sich im Wiener Gasometer eher als konzentrierter Musiker denn als Rampensau. Trotz Hollywood-Fame fanden sich am Freitag gerade mal 1.800 Fans ein, halb gefüllt war der für 3.500 Besucher konzipierte Saal. Aber hey, wer hier auf eine Oscar-reife Performance gehofft hatte, wurde entweder angenehm überrascht oder eben ernüchtert.
Der Meister der coolen Understatement-Attitüde stieg pünktlich um 21 Uhr in Schwarz gekleidet auf die Bühne. Von den Scheinwerfern weitgehend ignoriert, schlug er als Bassist den Takt für Songs wie Siren und Breach. Kein großer Showman, eher ein Musiker, der im Groove versunken ist und sich auf sein Instrument konzentriert. Der österreichische Rockexperte Thomas Zeidler-Künz berichtete, dass allein Sänger Bret Domrose die Show machte, während Keanus Bühnenpräsenz eher sparsam, aber eindringlich wirkte. Selbst auf das Publikum wirkte die Starpower – praktisch alle Handys waren auf den Hollywoodstar gerichtet, nicht auf die Musik. Das erinnert mich an die Worte von Alt-Kommentator Herbert Prohaska, der sagte: „Die Bühne gehört dem, der mit Herzblut dabei ist, nicht dem, der sich nur ins Rampenlicht stellt.“ Keanu lebt das jedenfalls authentisch.
Etwas kurios war die Kombination aus seinem musikalischen Auftritt und dem zuvor stattgefundenen Kunst-Event seiner Freundin Alexandra Grant. Reeves reiste extra mit einem Privatjet an, landete in Schwechat und gönnte sich eine Sightseeing-Tour durch Wien, bevor er die wenigen Autogrammjäger links liegen ließ – wohl auch, weil sein Meet and Greet mit Erinnerungsfoto für 388,50 Euro zu Buche schlug. Ein kalkulierter Preis für Starfans, die eben auch gewillt sind, etwas in ihre Promi-Connection zu investieren. Wer in der Wettbranche unterwegs ist, weiß: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt – und das zahlt sich manchmal aus, wenn man richtig einschätzt, wann und wo man investieren sollte.
Natürlich ist Reeves’ musikalisches Standing ganz anders als seine Filmkarriere. Die Millionenpublikum-Zahlen der großen Leinwand bleiben unerreicht. Aber hier in Wien hat er wieder einmal gezeigt, dass Musik für ihn kein bloßes Hobby ist, sondern eine ernsthafte Passion. Auch wenn Dogstar nicht gerade in jeder Musikkneipe der große Hit sind, haben sie sich seit 1991 gehalten. Und darin steckt auch eine ordentliche Portion Beständigkeit und Leidenschaft. Eine Eigenschaft, die ich als ehemaliger Buchmacher-Analyst schätze: Langfristiges Engagement schlägt kurzfristiges Glück.
Zum Schluss noch ein Tipp für alle, die sich in die Welt der Stars und Musik wagen wollen: Ob beim Wetten oder im Leben, geht nicht blind in etwas hinein. Sucht euch eure Nische, kennt eure Werte, haltet den Fokus und plant euren Einsatz. Keanu mag auf der Bühne zurückhaltend gewesen sein, aber hinter den Kulissen weiß er sehr wohl, wie man Prioritäten setzt.
Ach, und falls ihr nach Alternativen für gute Musik in Wien sucht, schaut euch mal das Kolumbien Festival voller an oder werft einen Blick auf die Rückkehr von Bob. Da wird selbst der abgebrühte Musikliebhaber selten enttäuscht – und ohne Meet & Greet für mehrere hunderte Euro.
Wie aus Berichten hervorgeht, zeigte Keanu Reeves in Wien, dass man auch aus der zweiten Reihe mit Stil und Überzeugung punkten kann. Wer unter den Stars mitspielen will, sollte wissen, dass nichts ohne harte Arbeit und Leidenschaft gelingt – egal ob auf der Bühne oder am Spieltisch.
Foto: Chris / Unsplash






